Grüne Weiten, einsame Buchten, urige Irish Pubs und die Geselligkeit der Iren - wer Irland mit dem Rad bereist, wird die grüne Insel schnell ins Herz schließen! 💚In diesem Artikel stellen wir dir die ersten fünf Etappen des EuroVelo 1 vor, der sich in weiterer Folge bis hoch nach Nordirland der Küste entlang schlängelt. Während der Westen für seine spektakulären Steilklippen und raue Natur bekannt ist, ist der Abschnitt im sonnigen Süden deutlich zahmer. Der ideale Einstieg, um die ersten Irish Pub Erfahrungen zu sammeln und sich für die weiteren 2000 Kilometer warm zu radeln!

Inhalt
▸ WAS ERWARTET DICH AUF DEM EUROVELO 1 IM SÜDEN IRLANDS?
▸ DIE ERSTEN FÜNF ETAPPEN DES EUROVELO 1
1. Von Rosslare nach Carrig on Bannow
2. Von Carrig on Bannow nach Arthurstown
3. Von Arthurstown nach Ballyvoyle
4. Von Ballyvoyle nach Youghal
▸ FORTSETZUNG: DER WILD ATLANTIC WAY
▸ PRAKTISCHE INFOS FÜR DEN EUROVELO 1 IM SÜDEN IRLANDS
WAS ERWARTET DICH AUF DEM EUROVELO 1 IM SÜDEN IRLANDS?
Sanfte Landschaften & einsame Buchten
Zu Beginn der Reise ist die Landschaft noch flach, doch es dauert nicht lange, bis die ersten grünen Hügel am Horizont auftauchen. Die saftig grünen Wiesen, das türkisblaue Meer und die gelb leuchtenden Sandstrände begleiten uns auf dem gesamten Abschnitt. Auch die ersten Buchten und Steilklippen liegen entlang des Weges, die hier noch deutlich sanfter ausfallen als im raueren Westen.
Geschichte & kunterbunte Städte
Der EuroVelo 1 führt uns im County Wexford durch das einstige Siedlungsgebiet der Normannen. Im Mittelalter haben die Nachkommen der Wikinger Irland besiedelt und die Ruinen von Burgen und Kirchen zeugen bis heute von der Lebensweise der Normannen. Außerdem radeln wir durch die schönen Städte Kilmore Quay, Cobh und Kinsale, die mit ihren bunten Häuserfassaden und kleinen Häfen pure Gemütlichkeit ausstrahlen.
Die Gastfreundschaft der Iren
Die größte Attraktion Irlands sind aus unserer Sicht die Iren selbst. Ihre Geselligkeit und lebensfrohe Art spiegelt sich auch in der Kultur der Irish Pubs wider. Man trifft sich auf ein Guinness oder ein gemütliches Abendessen in Gesellschaft. Irland wird oft nachgesagt, es gäbe mehr Irish Pubs als Einwohner! Als Gast kommt man auch in einem Bed & Breakfast mit den Iren in Kontakt. Ein B&B ist nämlich kein anonymes Hotel mit Zahlencode an der Eingangstür - es ist immer auch das Zuhause einer Familie, einer Person oder eines Paares, die ihre Türen für Reisende öffnen. So erhält man einen unverfälschten Blick in den Alltag der Iren.
Wetter
In Irland kann man alle Jahreszeiten an einem Tag erleben. Während es noch regnet und der Wind von der Seite kommt, radelt man im nächsten Moment bei Rückenwind der Sonne entgegen. Der Süden Irlands ist jedoch für seine verhältnismäßig vielen Sonnenstunden bekannt und auch wir wurden auf diesem Abschnitt fast durchgehend von der Sonne begleitet. Wetterfeste Kleidung und die Bereitschaft, auch bei Gegenwind in die Pedale zu treten, gehören zur Grundvoraussetzung für eine Radreise in Irland!
WIE SICHER IST RADFAHREN AUF IRLANDS STRASSEN?
Irland hat wenig Radwege, dafür jede Menge verkehrsarme Nebenstraßen. Man darf sich den EuroVelo 1 also nicht als baulich getrennten Radweg vorstellen. Stattdessen fährt man den Großteil der Strecke auf kleinen Wegen, vorbei an Bauernhöfen und kleinen Siedlungen. Bei der Einfahrt in Städte wird man jedoch durchaus aufgrund mangelnder Alternativen über Hauptstraßen geleitet. Große Straßen haben in Irland oft einen breiten Seitenstreifen, auf dem Radfahrer genug Sicherheitsabstand zu den Autos haben. Natürlich gibt es auch Stellen, bei denen dieser Streifen fehlt. Ein gutes Rücklicht und eine Warnweste (die von den Iren selbst sehr häufig getragen wird) gehören also definitiv ins Reisegepäck.
DIE ERSTEN FÜNF ETAPPEN DES EUROVELO 1
Wir haben den Streckenabschnitt zwischen Rosslare nach Kinsale in fünf Etappen eingeteilt. Bitte sehe unsere Etappen-Einteilung nur als Vorschlag. Unsere Unterkünfte hat Robert von Cycle Tours Irland für uns reserviert. Das hat sich als guter Schachzug erwiesen, denn wir sind Dank Roberts Empfehlungen in tollen B&B´s untergekommen!
1. Von Rosslare nach Carrig on Bannow
- Strecke: 48 Kilometer, 250↑/260↓ Höhenmeter
- Highlights: Ruinen der Normannen, Kilmore Quay
- Übernachtung: Ferryport House in Rosslare und Carrig House in Carrig on Bannow
- Die GPX-Daten dieser Etappe auf Komoot ansehen
Heute ist unser erster Fahrradtag in Irland und wir können unser Glück kaum fassen - die Sonne scheint und der Himmel ist strahlend blau! Na gut, ein bisschen Gegenwind haben wir schon, aber zu einfach darf es schließlich auch nicht sein. 🫠
Die Gegend zeigt sich hier noch von ihrer sanften Seite. Sattes Grün, so weit das Auge reicht, dazwischen Kühe, Pferde und Schafe. Der gelbe Stechginster leuchtet in den Hecken, die uns praktischerweise den Wind vom Leib halten. Wir folgen von Rosslare Harbour ganz entspannt den großen EuroVelo-Schildern, die uns über verkehrsarme Nebenstraßen immer in Küstennähe leiten.
Der EuroVelo1 überschneidet sich hier mit der Radroute “The Norman Way”. In sehr kurzen Abständen kommen wir an authentische mittelalterliche Stätten vorbei, die von der normannischen Lebensweise erzählen: Turmhäuser, Kirchenruinen, Friedhöfe oder auch eine Windmühle können wir direkt vom Fahrrad aus erspähen. Es gibt wirklich ständig was zu sehen!
In dem kleinen, farbenfrohen Fischerdorf Kilmore Quay legen wir eine Kaffee-& Kuchenpause ein. Direkt am Hafen entdecken wir die “The Grounds Bakery”, zu der auch eine Sauna mit Meerblick gehört. Dusche am Strand inklusive. Diesen Stopp würden wir beim nächsten Mal definitiv mit einplanen. 😁
Von Kilmore Quay radeln wir die meiste Zeit mit Meerblick bis zu unserem heutigen B&B Carrig, im kleinen Ort Carrig-on-Bannow. Die Betreiberin begrüßt uns mit offenen Armen und wir fühlen uns sofort wie zu hause. Die Iren, so scheint es uns nach nicht mal 24 Stunden auf der Insel, werden wir ziemlich schnell ins Herz schließen.









2. Von Carrig on Bannow nach Arthurstown
- Strecke: 51 Kilometer, 560↑/590↓ Höhenmeter
- Highlights: Tintern Abbey, Hook Head, Küste
- Übernachtung: Marsh Mere Lodge
- Die GPX-Daten dieser Etappe auf Komoot ansehen
Nachdem wir heute in einem Bed & Breakfast übernachtet haben, starten wir den Tag natürlich mit einem - Breakfast! Nach Irischer Tradition gibt es (für uns vegetarisch) Eier, Hash Browns, Bohnen in Tomatensauce, gebratener Spinat, Champignons und Tomaten. Das gibt ausreichend Energie für die ersten Kilometer, so viel steht fest!
Die Landschaft wird langsam hügeliger. Über kleine Nebenstraßen rollen wir aus Carrig on Bannow, vorbei an Ruinen der Normannen-Siedlungen, bis wir das kulturelle Highlight des Tages erreichen: Tintern Abbey. Das Zisterzienserkloster aus dem 13. Jahrhundert liegt in idyllischer Natur eingebettet direkt am EuroVelo 1. Rund um die einstige Abtei kann man schöne Spaziergänge durch die dichten Wälder machen. Ein Stopp ist auf jeden Fall zu empfehlen!
Der Blick auf die Karte verrät, dass der EuroVelo 1 auf dieser Etappe so einige “Umwege” macht. Entlang des Weges wird uns aber sofort klar, warum das so ist: Jede Zusatzschlaufe bringt uns zu einem landschaftlich besonders reizvollen Ort. Abgelegene Strände, kleine Buchten und ja - sogar die ersten Klippen bekommen wir zu sehen! Sind das schon die ersten Vorboten für den Wild Atlantic Way?
Wer möchte, kann noch einen weiteren Umweg zum Hook Head einplanen - dort steht Europas ältester Leuchtturm! Einen weiteren Vorteil haben diese kleinen Umwege übrigens noch: Der Seitenwind wird immer wieder zum Rückenwind!
Unser Ziel des Tages ist Arthurstown. Hier übernachten wir im tollen Marsh Mere B&B, das beinahe einem Antiquitäten-Museum gleicht. 😍









3. Von Arthurstown nach Ballyvoyle
Wir trauen uns kaum zu erwähnen, dass wir heute schon wieder bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen starten! Irland meint es gut mit uns.
Wir nehmen die Fähre von Ballyhack nach Passage East und radeln den ersten Hügel des Tages bergauf. Vor lauter Euphorie über den blauen Himmel und die schönen Ausblicke auf das Meer, bemerken wir gar nicht, wie wir uns dem EuroVelo 1 immer weiter entfernen…! Wir fahren auf einer für den EuroVelo ungewöhnlich großen Straße und der Verkehr nimmt stetig zu. Bis wir beginnen, das ganze zu hinterfragen, sind wir bereits in Waterford angekommen und merken erst jetzt - wir haben gerade 20 Kilometer abgekürzt. 🤦♀️🤦♂️
Eigentlich führt der EuroVelo 1 wie gewohnt auf kleinen Straßen der Küste entlang. Weg vom Straßenverkehr. Nur wir zwei Helden haben es geschafft, bei dem perfekt ausgeschilderten Radweg in die komplett falsche Richtung zu fahren. (Warum wundert uns das nicht? 😅)
Das Gute daran: Wir können Waterford einen Besuch abstatten. Irlands älteste Stadt wurde vor über 1000 Jahren von den Wikingern gegründet und lädt mit seinen kleinen Gassen, gemütlichen Pubs und riesigen Murals an den Wänden zum Schlendern ein. Für Radfahrer ist die Hauptattraktion aber der Beginn des Greenways! Ein 46 Kilometer langer Radweg entlang einer alten Eisenbahntrasse verbindet die Städte Waterford und Dungarvan. Wir folgen dem Greenway bis wir wieder auf den EuroVelo 1 stoßen. Entlang der Bahntrasse machen wir schnelle Kilometer, halten fürs Mittagessen im Coach House Coffe in Kilmacthomas an und fahren über Viadukte und durch Tunnel.
Am Horizont entdecken wir die ersten Berge! Es ist immer wieder ein gutes Gefühl, wenn man beim Radreisen erlebt, wie sich die Landschaft langsam verändert. Heute ist definitiv wieder so ein Moment und gibt uns einen Vorgeschmack auf das, was uns die nächsten Tage noch erwarten wird.
Wir erreichen unser tolles B&B Cedarblue in Ballyvoile und genießen von unserem Zimmer den Blick aufs Meer. Ein guter Tag, trotz der Routenabweichung.
PS: Die hier hochgeladenen GPX-Daten sind OHNE unseren Fehler. Wir wollen ja nicht, dass ihr uns diesen Blödsinn nachmacht 😉









4. Von Ballyvoyle nach Youghal
- Strecke: 63 Kilometer, 590↑/660↓ Höhenmeter
- Highlights: Admore, Youghal
- Unterkunft: Abbey View
- Die GPX-Daten dieser Etappe auf Komoot ansehen
Auch heute morgen können wir uns von unserem B&B kaum lösen. Während wir frische, selbstgemachte Scones mit hausgemachter Marillenmarmelade, Lemoncurd und Whipped Cream zum Frühstück genießen, schweift unser Blick aufs Meer, die grünen Wiesen und den blauen Himmel. Es ist hier an Idylle kaum zu übertreffen!
Schließlich geben wir uns einen Ruck und fahren los. Die letzten Kilometer des Waterford Greenways bringen uns nach Dungarvan. Von dort geht es für einige Kilometer entlang einer Hauptstraße, die uns Radfahrern dank eines breiten Seitenstreifens jedoch genügend Platz bietet. Wir biegen links von der Straße ab und folgen dem EuroVelo 1 auf kleinen Nebenstraßen, die wir wieder ganz für uns alleine haben. Wir radeln vorbei an großen Bauernhöfen – links der Blick aufs Meer, rechts die sanften Berge und dazwischen die für Irland so typischen, saftig grünen Wiesen.
Unsere Mittagspause verbringen wir im kleinen Ort Ardmore, der sich mit seinem weiten Sandstrand und den bunten Häuschen bei Sonnenschein und Windstille von seiner besten Seite zeigt. Es fühlt sich an wie Sommerurlaub!
Die Route nach Youghal bleibt eine Mischung aus einsamen Nebenwegen und etwas stärker frequentierten Straßen. Die breiten Pannenstreifen machen diese kurzen Abschnitte deutlich angenehmer, sodass wir uns stets sicher fühlen. Auf der Schleife kurz vor Youghal radeln wir noch einmal durch traumhafte Landschaften; die Straßen werden hier von hoch gewachsenen Bäumen gesäumt und vor der letzten Abfahrt reicht der Blick weit über die gesamte Bucht von Youghal.
Der Tag endet, wie er begonnen hat: In einem tollen, liebevoll geführten B&B.









5. Von Youghal nach Kinsale
- Strecke: 91 Kilometer, 980↑/1010↓ Höhenmeter
- Highlights: Cobh, Roberts Cove, Kinsale
- Die GPX-Daten dieser Etappe auf Komoot ansehen
Im Morgenlicht rollen wir aus Youghal raus. Der Wetterbericht sagt für diesen Nachmittag starken Wind voraus und wir wollen den noch ruhigeren Vormittag nutzen, um möglichst viele Kilometer Richtung Kinsale zu schaffen.
In Youghal startet der perfekt ausgebaute Greenway, dem wir bis nach Midleton folgen. (Die offizielle Route des EuroVelo 1 führt auf einer kleinen Nebenstraße parallel zum Greenway.) Entlang des Greenways gibt es sogar zwei Trinkwasserspender und Fahrradreparaturstationen. Der Wind weht heute kräftiger als in den vergangenen Tagen und das Wetter wechselt im Minutentakt. Um uns herum ziehen dunkle Wolken auf, doch der richtig starke Regen bleibt zum Glück aus.
Wir merken heute deutlich, dass wir uns nun im Großraum von Cork befinden. Das Verkehrsaufkommen ist spürbar höher und auch die Routenführung kommt nicht ohne Hauptstraßen aus. Zum Glück gibt es oft einen breiten Seitenstreifen, der uns Radfahrern Sicherheit bietet.
Bis wir in der hübschen Stadt Cobh ankommen, sind alle Wolken verflogen und wir radeln (wie gewohnt 🫢) unter blauem Himmel in die Stadt hinein. Cobh ist nicht nur für seine bunten Häuser bekannt, sondern vor allem für seine Verbindung zur Titanic: 1912 legte das Schiff hier zum letzten Mal an, bevor es Kurs auf New York nahm. Eine Gedenkstätte erinnert an das tragische Unglück.
Im “The Arch” in Cobh holen wir uns einen kleinen Mittagssnack, bevor wir mit der Passage West Fähre auf die andere Seite übersetzen. In Carrigaline entscheiden wir uns spontan, die EuroVelo 1 Route zu verlassen: Statt an der Küste entlang zu fahren, wählen wir den Weg durchs Landesinnere. Auf diesem Abschnitt geht es richtig knackig bergauf, dafür radeln wir mitten durchs Grüne, vorbei an Bauernhöfen, und begegnen mehr Katzen als Menschen. Wer keine Lust auf steile Anstiege hat, bleibt jedoch besser auf dem offiziellen EuroVelo.
Zurück auf dem EuroVelo radeln wir über kleine Nebenstraßen nach “Roberts Cove” - eine malerische Bucht, die von grünen Hügeln umarmt wird. Ein Ort zum Verweilen! Von hier aus sind es nur noch 20 Kilometer und einige Hügel bis nach Kinsale.
Kinsale ist eine bunte, lebendige Kleinstadt mit Restaurants, Irish Pubs und einem Hafen. Ein beliebtes Ziel für Touristen und auch wir haben Kinsale für eine Pause auserkoren, bevor es für uns auf dem Wild Atlantic Way weiter Richtung Westen geht!









FORTSETZUNG: DER WILD ATLANTIC WAY
In Kinsale startet nun der Wild Atlantic Way, die längste ausgewiesene Küstenroute der Welt! Wir werden zwei Wochen auf dem Weg radeln. Aber davon erzählen wir bald in einem separaten Blogartikel!

PRAKTISCHE INFOS FÜR DEN EUROVELO 1 IM SÜDEN IRLANDS
Wenn du nun Lust bekommen hast den Eurovelo 1 in Irland zu fahren , gibt es hier noch ein paar weitere, praktische Informationen für deine Reiseplanung!
1. An- und Abreise ohne Flugzeug
Wer mit dem Flugzeug anreist, kann von Dublin den Zug nach Rosslare nehmen und hier auf den EuroVelo 1 starten. Wir haben es, wie ihr es von uns gewohnt seid, aber ohne Flugzeug geschafft! Dazu gibt es bald ein eigenes Video auf YouTube. Hier unsere Anreise im Überblick:
- Mit dem Nachtzug von Salzburg nach Brüssel: Der ÖBB Nightjet hat auf dieser Strecke aktuell 6 Fahrradstellplätze. Beachte jedoch, dass die Fahrräder aufgehängt werden müssen und der Platz relativ eng bemessen ist. Für schwere E-Bikes könnte das zur Herausforderung werden.
- Mit der Belgischen Bahn von Brüssel Midi nach De Panne: Mit einmal umsteigen fährt man in zwei Stunden von Brüssel ans Meer. Die sehr günstigen Tickets (ca. 20€ pro Person & Rad) haben wir spontan in Brüssel gekauft, denn die belgische Bahn hat keine Reservierungspflicht für Fahrräder. Man taucht einfach auf und hofft, einen Platz für das Rad zu bekommen. Unsere Erfahrung nach sind das Zugpersonal und die Fahrgäste selbst bei vollen Zügen sehr entspannt. Wir hatten in den Osterferien volle Züge erlebt und wurden anstandslos mitgenommen.
- Mit dem Rad 37 Kilometer von De Panne nach Dünkirchen (Frankreich): Da es auf dieser Strecke keine Zugverbindung gibt, müssen 37 Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Es geht auf Radwegen immer dem Meer entlang. Eine entspannte Tour, die nach der langen Zugfahrt gut tut.
- Mit der Fähre von Dünkirchen (Frankreich) nach Rosslare (Irland): DFDS bietet eine Fährverbindung zwischen diesen beiden Häfen an. Die Überfahrt dauert 24 Stunden und im Ticketpreis sind eine komfortable Kabine mit Badezimmer und alle Mahlzeiten (mehr als man essen kann) inkludiert. Mit Seegang darf man auf dieser Strecke durchaus rechnen.
Die Kosten für den Nachtzug und die Fähre variieren stark, je nachdem wann man fährt und wie früh man bucht. Beim ÖBB Nightjet gibt es außerdem unterschiedliche Kabinen, die je nach Komfort teuer oder eben sehr günstig sein können. Früh buchen lohnt sich beim Nachtzug auf alle Fälle.
Zusammengefasst hat die Anreise etwa € 550,- pro Person gekostet. Und da muss man so ehrlich sein: Preislich kann diese Art der Anreise mit Fliegen leider nicht konkurrieren.
Insgesamt dauert die Anreise 48 Stunden und ist ein kleines Abenteuer vor dem eigentlichen Irland-Abenteuer.
2. Unterkünfte
Bed & Breakfast
Für ein authentisches Irland-Erlebnis kommt man an einem B&B nicht vorbei. Ein B&B ist kein anonymes Hotel, sondern das Haus ist immer auch das Wohnhaus des Gastgebers. Demnach ist jedes B&B ein Unikat genauso wie seine Gastgeber. Kein Aufenthalt gleicht dem anderen. Nur eines darf bei keinem B&B fehlen - ein ausgiebiger Plausch über das Haus, über die Region, oder über ihr Leben in Irland. Zum Abschluss folgt stets die wichtigste aller Fragen: „Was und wann wollt ihr frühstücken?“
Das Frühstück in einem B&B wird zelebriert. Mit viel Liebe zum Detail wird ein Frühstückstisch gedeckt, der keine Wünsche offen lässt. Von selbstgebackenen Scones bis zu einem “Full Irish Breakfast” wurde uns bereits alles aufgetischt und wir haben jedes Mal Mühe, mit so vollem Magen morgens loszuradeln.
Hier unsere Unterkünfte:
👉 Rosslare: Ferryport House B&B: Hat mehr Hotel-Charakter, als ein klassisches B&B. Trotzdem sehr zu empfehlen für die erste Nacht!
👉 Carrig-on-Bannow: Carrig House: Gastgeberin Nicola ist eine Frohnatur und man fühlt sich in ihrem Zuhause sofort wohl. Zum Frühstück gabs ein Irish Breakfast, dazu frisches Obst, Joghurt, Kuchen und alles, was das Herz begehrt.
👉 Arthurstown: Marsh Mere Lodge Eine Übernachtung in diesem Haus ist ein antikes Erlebnis. Jeder Raum gleicht einem Museum und das Frühstück bietet mehr, als das Herz begehrt.
👉 Ballyvoyle: Cedarblue: Diesen Aufenthalt werden wir nicht so schnell vergessen! Das Haus der 8-köpfigen Familie liegt umgeben von grünen Hügeln, eingebettet in die Natur mit Blick aufs Meer. Die Gastgeber führen das B&B mit einer unfassbaren Hingabe und Liebe zum Detail. Zum Frühstück bekommen wir (unter anderem) frische, selbstgemachte Scones mit selbstgemachten Marmeladen. Hier könnten wir ewig bleiben!
👉 Youghal: Abbey View: Einzigartiges B&B in einem schicken Townhouse mit einer tollen Gastgeberin. Zum Frühstück gibts frische Croissants ins Zimmer geliefert!
💡 TIPP: Unsere B&Bs hat uns Robert von Cycle Tours Irland gebucht. Er organisiert seit vielen Jahren Radtouren in Irland und ist dein Ansprechpartner, wenn du bei der Planung deiner Radreise in Irland Unterstützung willst.


Camping & Glamping
Camping wird in Irland großgeschrieben, auch wenn die Distanzen zwischen den Campingplätzen für Radfahrer durchaus groß sein können. Die meisten reisen mit einem Campervan oder einem gemieteten Auto durch das Land. Somit gibt es auch Campingplätze, die zusätzlich mit Glamping-Angebote aller Art begeistern. Kleine Hütten, Tippies, Holzfässer, Glaskugeln – es gibt tolle Angebote.
Eine Übersicht aller Campingplätze in Irland gibt es hier: https://www.campingireland.ie/map
💡 Wichtig zu wissen: Viele Campingplätze sperren erst Ende April/Anfang Mai auf.
❌ Wildcampen ist in Irland generell verboten!
3. Orientierung & Navigation
Der EuroVelo 1 ist lückenlos und mit großen Tafeln ausgeschildert. Sich zu verfahren ist quasi kaum möglich, wie haben es, wie du bereits weißt, trotzdem geschafft. Deswegen empfehlen wir immer, auch die GPX-Tracks am Handy oder auf dem Fahrrad-Navi dabei zu haben.
Hier findest du die originalen GPX-Tracks des gesamten EuroVelo 1.


4. Weiterführende Informationen
Hie noch einmal die wichtigsten Links, damit du dich bestens auf deine Tour auf dem EuroVelo 1 im Süden Irlands vorbereiten kannst:
- Die originalen GPX-Tracks des EuroVelo 1 findest du hier.
- Weitere Informationen zu Reisen in Irland findest du hier.
- Unterstützung bei deiner Radroutenplanung durch Irland erhältst du bei Robert von Cycle Tours Irland.
💡Hast du Tipps für den EuroVelo 1 im Süden Irlands?
Warst du schon mal auf dem EuroVelo1 in Irland auf Tour? Teile deine Tipps und Erfahrungen gerne in den Kommentaren!
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