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#7 Griechenland - turbulente Zeiten


Auf einen Blick:

  • 2. Oktober 2018 (Tag 80) – 23. Oktober 2018 (Tag 101)
  • Konica – Ioannina – Aoos Reservoir – Meteora – Thermopiles– Edipsou (Euböa) – Chalkida – Athen – Piräus – Chios – Cesme (Türkei)
  • 3870 KM bis jetzt gefahren
  • Ausgaben: 600 Euro (2 Personen). viel zu viel. Griechenland ist teuer!


Unser Tacho springt auf 3250 Kilometer, als das überdimensionale EU-HELLAS Schild vor uns auftaucht. „Komm, schmeißen wir uns in Pose! Wir sind in Griechenland!“, rufe ich Reini zu, der vor lauter Freude schon längst aufs Schild geklettert ist. Mit breitem Grinsen posieren wir vor der Kamera und unser Lieblings-Griechenland-Schnappschuss entsteht. Wir sind da!

Griechenland ist uns vertraut. Das glauben wir zumindest, denn wir haben hier im Sommer 2017 unsere letzte Radreise gemacht. Damals haben wir durch Zufall mit Euböa eine der schönsten und gleichzeitig unbekanntesten Inseln Griechenlands entdeckt, haben griechische Freunde gefunden und sind durch die Kykladen gesegelt. Ich kann uns noch im Scherz sagen hören: „In der Pension ziehen wir hier her und bauen uns mitten im Olivenhain ein Tiny House!“ Die Idee gefällt uns tatsächlich ganz gut.

 

Jetzt stehen wir vor dem Duty Free Shop im Niemandsland. Der Magen knurrt, die Essensvorräte sind alle und das nächste Dorf ist gefühlt in unerreichbarer Ferne. Wir sehen uns gezwungen, unsere griechischen Lieblingskekse in dem Shop zu kaufen und sie in einem Satz aufzuessen.

Mit dem so erzielten Zuckerschock schaffen wir es gerade noch bis Konica, wo wir hoffentlich etwas Ordentliches zu essen zu bekommen. Ich stürze mich in das einzige geöffnete Geschäft und kaufe alles, was ich im Moment zu brauchen glaube. An der Kasse erleide ich beinahe einen kleinen Herzstillstand. 49,90 Euro soll es kosten! Hat sich der nette Herr an der Kassa geirrt? „Nein, nein, 49,90 Euro bitte!“, bestätigt er mir freundlich. „In Albanien hätte ich den kompletten Ladeninhalt dafür bekommen“, denke ich mir heimlich und lege etwas widerwillig einen 50 Euro Schein in seine Hand.

Griechenland ist teuer. Zu teuer, wenn man die Lebensmittelpreise mit dem Durchschnittseinkommen der Griechen vergleicht. Immer wieder finden wir Produkte in Supermärkten, die teurer sind als bei uns zuhause. Wir sind eben wieder in der Europäischen Union. Das merkt man nicht nur an den Preisen und am weitaus geregelteren Leben, als wir es noch in Albanien erlebt haben, sondern auch am Handyempfang. Wir können dank EU-Roaming noch einmal unser Handy aktivieren, telefonieren und surfen, als wären wir zuhause. Klingt banal, für uns aber ist das jetzt ein sehr willkommener Luxus. Es folgen stundenlange Telefonate mit Familie und Freunden. Das tut gut!

In Ioannina angekommen, müssen wir uns entscheiden: Entweder wir fahren auf der großen Bundesstraße weiter und kommen mit wenigen Höhenmetern und wenigen Kilometern nach Meteora, oder wir fahren durch die wunderschönen Berge Nordgriechenlands auf einsamen Straßen. Der Haken an der Sache? Nein, nicht die vielen Höhenmeter, sondern – Braunbären! In dem Gebirge gibt es viele Bären und mich überzeugt die Vorstellung, nachts von einem Bären vorm Zelt geweckt zu werden, nicht sonderlich. „Willst du wirklich auf der schrecklichen Bundesstraße fahren?“, fragt mich Reini, für den die Entscheidung sowieso schon lange gefallen ist. Nein, ich hasse diese Bundesstraße. „Ok“, willige ich etwas widerwillig ein, „aber wir müssen uns genau erkundigen, wie man sich in einem Bärengebiet richtig verhält. Ich will unter keinen Umständen so ein Tier sehen!“

Wir fahren durchs Nirgendwo. Auf den einsamen Bergstraßen kommt uns den ganzen Tag kaum jemand entgegen, es gibt nur selten ein Dorf und die Ausblicke, die wir uns erradeln, sind unbezahlbar. Es fühlt sich so an, als wären wir alleine auf der Welt. Nur wir und die Bären.

Ach du meine Güte! Vor lauter Genuss am Fahren durch diese herrliche Gegend hätte ich beinahe die Bären vergessen! „Hallo liebe Bären, wir kommen!! Bleibt schön, wo ihr seid!“, rufe ich in den Wald hinein, während wir die steilen Straßen aufwärts kriechen. Die Internetrecherche hat ergeben, dass man im Bärengebiet laut sprechen soll, um auf sich aufmerksam zu machen. Weil Bären scheue Tiere sind, bleiben sie dir im Idealfall fern, sobald sie dich bemerken. Somit wiederholen wir den mittlerweile zum Ritual gewordenen Bären-Verscheuch-Gesang nach jeder Kurve und, wer hätte das gedacht, kein einziger Bär auf der Straße!

 

Das Ziel der heutigen Bergetappe ist der Aoos-See, ein angelegter Stausee mitten in den Bergen. Wir haben die Idylle dort oben ganz für uns alleine. Nur eine Hündin ist auch noch dort, die uns ab dem Moment unserer Ankunft nicht mehr von der Seite weicht. „Na gut“, denke ich mir, „wenn sie die ganze Nacht Wache hält, dann schlägt sie bei Bären hoffentlich Alarm.“ Trotz unserer Wachhündin gehen wir auf Nummer Sicher und kochen 50 Meter neben dem Zelt, damit keine Essensreste in unserer Nähe Bären anlocken können. Die restlichen Lebensmittel sowie alle duftenden Apotheken- und Toilettenartikel packen wir in zwei große Taschen und Reini verstaut sie 3 Meter über dem Boden auf dem kleinen Dach der Picknickbank. Jetzt kann ich gut schlafen.

Dick eingewickelt in unseren Schlafsäcken, beobachten wir am nächsten Morgen aus dem Zelt den spektakulären Sonnenaufgang. Wir saugen die Ruhe, die Natur und die Einsamkeit dort oben am Berg in uns auf. „Gibt es etwas Schöneres als diesen Moment?“, schauen wir uns fragend an und sind uns einig: wohl kaum.

Unsere Wachhündin begleitet uns am nächsten Tag ganze 12 Kilometer, bis die Straße bergab führt und sie uns nicht mehr nachkommt. Hoffentlich findet es zurück, das arme Tier.

 

Am Weg lernen wir Abedin kennen. Er ist aus Albanien, die Sommermonate lebt er in Griechenland hier am See und arbeitet als Hirte. Dafür bekommt er 10 € am Tag. Ein Verschlag aus Plastikplanen und Gestrüpp ist währenddessen sein Zuhause. Er hat dort weder einen Boden, noch ein Fenster, geschweige denn fließend Wasser oder eine Toilette. Englisch spricht er sehr gut, aber sein Vater konnte ihm keine weiterführende Schule bezahlen. Deswegen lebt er jetzt „unter einfachen Verhältnissen, aber meine Hütte ist schon gut“, wie er selbst sagt. Er holt eine Kiste mit Feta aus seiner Hütte und gibt uns zwei große Stücke: „Ich habe so viel davon und ihr müsst ja noch so weit radfahren.“ Und das Beeindruckendste an dieser Begegnung: Abedin strahlt über das ganze Gesicht, ist zufrieden mit seiner Situation, beklagt sich kein bisschen und wirkt einfach richtig glücklich. Wir denken noch lange über diese Begegnung nach und nehmen uns vor, ein bisschen mehr wie Abedin zu sein.

Langsam entfernen wir uns vom See und kommen den wolkenverhangenen Bergen immer näher. Der Herbst zaubert ein einzigartiges Farbspiel in die Natur, wir fahren durch dichte Nebelschwaden, bis unvorhergesehen wieder irgendwo die Sonne durchblinzelt. Unser Radreiseherz schlägt höher – wow! Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr raus. Wir verweilen ewig hier oben, schießen Fotos und genießen den Herbst. Der ist ab jetzt unsere neue Lieblingsjahreszeit für Radreisen.

Oben am Pass angekommen, radeln uns Florian und Barbara, zwei Radreisende aus der Schweiz, entgegen. „Wisst ihr zufällig, wie weit der nächste Markt entfernt ist? Wir haben nichts mehr zu essen und werden es heute nicht mehr bis in die nächste Stadt schaffen“, müssen wir wohl mit ziemlich verzweifelten Gesichtern gefragt haben, denn ohne zu zögern schenken sie uns ihr letztes Pita Brot und eine Packung Müsli. Wir plaudern etwas länger und stellen fest, dass es schön wäre, den Abend gemeinsam zu verbringen. Doch unsere Wege führen in entgegengesetzte Richtungen und wir müssen uns verabschieden. Schade, denn andere Radreisende zu treffen ist immer ein Highlight. Wir genießen den Austausch, man kennt die Probleme und Bedürfnisse des anderen, ohne sich zu kennen und meistens schwingt man auf der gleichen Wellenlänge. Es ist ein bisschen wie Freunde treffen. Und das fehlt uns mittlerweile.

 

Wir erreichen Meteora und bleiben, beeindruckt von den mächtigen Klöstern, gleich drei Nächte. Zwei Tage später erreichen wir endlich unser großes Ziel in Griechenland: die Insel Euböa. Wir wollen den Norden der Insel erkunden, nachdem wir letztes Jahr vom Süden so begeistert waren. Und ja, auch der Norden ist eine Reise wert, wenn man ohne Infrastruktur und mit Wildcampen zurechtkommt. Es müssen hier besondere Schwingungen sein - wir fühlen uns hier so unendlich wohl. Kaum verwunderlich also, dass kurz vor dem Verlassen der Insel plötzlich mein rechtes Knie nicht mehr weiter fahren will. Als Protest quasi, weil es keinesfalls unseren Wohlfühlort verlassen möchte. Ich kann mein Knie ja verstehen, bin aber trotzdem enttäuscht, dass es mich ohne Vorwarnung so im Stich lässt. Weil wir bereits einen Termin mit unseren griechischen Freunden in Athen haben, sind wir gezwungen, die letzten 80 Kilometer nach Athen mit dem Zug zu fahren.

In Athen übernachten wir drei Nächte bei George, unseren ersten Warmshower Host (Warmshower ist eine Onlineplattform, auf der Radfahrer der ganzen Welt in ihrem Zuhause einen kostenlosen Schlafplatz für Radreisende anbieten können). Wir erledigen ein paar organisatorische Dinge, gehen mit George ins Theater und genießen es, unsere Beine rasten zu lassen. Das Wiedersehen mit unseren griechischen Freunden, die wir letztes Jahr auf der Insel Euböa kennengelernt haben, wird groß gefeiert: Marialena hat bereits gestern zu kochen begonnen und zaubert ein Abendessen auf den Tisch, dass wir es kaum glauben können. Sie hat sich wieder einmal selbst übertroffen und uns bewiesen, die beste Köchin des Landes zu sein.

Heute ist Montag, der 22. Oktober 2018, der hundertste Tag unserer Reise! Es fühlt sich surreal an, wir haben schon so viel erlebt und trotzdem scheint es, als wären wir erst gestern losgefahren.

Um 20.30 Uhr geht unsere Fähre in Richtung Türkei. „Fahren wir lieber mit dem Zug zum Hafen Piräus, dann ersparen wir uns und unseren Rädern 20 Kilometer durch den wilden Athener Verkehr“, beschließen wir und freuen uns, dass es nun in die Türkei geht. Kurz bevor wir in den Zug steigen, kaufen wir beim Supermarkt noch Essen für die lange Fahrt mit der Fähre nach Chios, von wo wir eine Anschlussfähre nach Çesme/Türkei nehmen werden.

Der Zug fährt ein und wir stehen mit den vollbepackten Rädern bereit, in den letzten Wagon zu steigen, der für Fahrräder markiert ist. „Oh nein...!“, murmle ich in meine Jacke. Der Zug ist heillos überfüllt. Die Türen gehen auf und wir sind uns einig – wir passen nicht mehr rein. Ein Zugmitarbeiter sieht uns und wedelt mit der Hand. „Steigt hier ein, da ist noch Platz!“, ruft er uns entgegen und wir laufen mit den Rädern zu ihm. Aber auch der andere Wagon ist rappelvoll. „No, thank you“, weist Reini ihn höflich zurück. „Yes, yes, now! Come!“, widerspricht der Herr jetzt etwas energischer und ehe wir uns versehen, hat er uns samt Rädern in die Menschenmenge gestopft. „Sorry, sorry!“, entschuldigen wir uns hilflos bei den zusammengequetschten Menschen um uns. „I can´t breathe!“, flüstert eine Frau neben Reini in der Angst, einen klaustrophobischen Anfall zu bekommen. „So ein Idiot, warum hat er uns jetzt da noch reingestopft?“, schimpfen wir über den Bahnmitarbeiter und ärgern uns, nicht mehr Widerstand geleistet zu haben. Wir haben noch ca. zehn Stationen vor uns, aber einsteigen kann hier sowieso keiner mehr. Der Zug fährt in die nächste Station ein. Als die Türen aufgehen, trauen wir unseren Augen nicht. In den bereits mehr als überfüllten Wagon, in dem die eine Frau nicht mehr atmen kann und in dem wir hoffen, dass unsere Fahrräder nicht zerquetscht werden, steigen jetzt mindestens noch weitere 50, wenn nicht sogar 70 Personen ein. Der Albtraum ist perfekt. Die Menschen werden langsam unruhig, fangen an sich zu beschimpfen und zu beschuldigen. Klaustrophobische Panik liegt in der Luft!

Wie wir es letztendlich doch geschafft haben, bei der nächsten Haltestelle auszusteigen und alle Taschen noch am Fahrrad zu haben, wissen wir selbst nicht mehr.

Wir sind fix und fertig. „In zwei Stunden geht die Fähre, wir sind noch keinen Meter näher am Hafen als zuvor, es regnet und langsam wird es dämmrig“, fasse ich unsere missliche Lage zusammen. Es bleibt keine Alternative, als die Regenjacke und Warnweste überzuziehen und im Dunklen so schnell wie möglich nach Piräus zu fahren. Es ist grauenvoll! Die Dunkelheit, der Regen und der starke Verkehr machen die Fahrt zu einem Höllenritt. Die Situation fordert all unsere Nerven, mittlerweile beschimpfen wir uns gegenseitig und finden die Schuld natürlich nur beim anderen. „Wären wir doch früher losgefahren!“, schreie ich Reini an. „Ach so? Na gut, das nächste Mal fahren wir eine Woche vor Fährenabfahrt her, oder noch besser zwei Wochen vorher!“, ärgert sich Reini über meine unsinnigen Beschuldigungen.

Am Hafen angekommen, ist es bereits 20 Uhr. Noch 30 Minuten bis zur Abfahrt. Doch wo fährt die Fähre los? Piräus ist riesig, schlecht markiert und keiner, den wir fragen, hat eine Ahnung. Sogar im Büro der Fährgesellschaft bekommen wir eine falsche Auskunft. Den Tränen nahe, verschwitzt und am Ende unserer Kräfte, stehen wir um 20:25 Uhr, also fünf Minuten vor Abfahrt, irgendwie doch noch vor unserer Fähre. Dem Himmel sei Dank!

Um 4 Uhr morgens legt die Fähre am Hafen von Chios an. „Was für ein Abend!“, sagt Reini sichtlich erleichtert, dass wir es bis Chios geschafft haben. „Jetzt kann ich schon fast wieder drüber lachen.“

Langsam geht in Chios die Sonne auf, wir holen uns zum Frühstück frisches Brot vom Bäcker und warten, bis das erste Ticketoffice öffnet. „Two tickets to Cesme, please“, sage ich zu dem wohlgenährten Herren am Schalter. „Türkie?“, schaut er mich mit großen Augen an. Er holt ein zerrissenes A4 Blatt aus seiner Schublade, studiert es durch seine tiefsitzende Lesebrille, schaut zu mir hoch und sagt nur „No. Only tomorrow.“ „Gratuliere!“, denke ich mir, „ das läuft ja wie geschmiert!“ Unzufrieden mit der Information, laufen wir von einem Ticketoffice zum nächsten. Bei einem bekommen wir die Auskunft, dass das Boot zwar nicht wie gedacht um 8 Uhr losfährt, sondern um 18 Uhr, aber dafür heute noch. Na, immerhin.

Den regnerischen Tag verbringen wir unter dem Dach einer heruntergekommenen Strandbar, kontaktieren erfolgreich einen Warmshower Host in Cesme und hoffen, dass die Pechsträhne damit ein Ende findet.

Eine verlassene Beach-Bar dient uns als Unterschlupf, bis die nächste Fähre startet.
Eine verlassene Beach-Bar dient uns als Unterschlupf, bis die nächste Fähre startet.

Als Entschädigung für die Strapazen der vergangenen Stunden gönnen wir uns ein Gyrospita. Ich verschlinge den letzten Bissen, da klingelt mein Handy. Eine Mail erscheint am Display: „Hello, I am a Taxi driver from Athens and I just found your Kindle.“ Ich falle aus allen Wolken. „Wie bitte, ich soll mein E-Book verloren haben?“ Aufgeregt durchkrame ich meine Sachen. Tatsächlich, er ist weg. Und obendrein auch meine Geldtasche! Sofort rufe ich den Taxifahrer an (danke, EU-Roaming). Er hat meinen Kindle heute Morgen auf der Rückbank seines Autos gefunden, allerdings ohne Geldtasche. Ich bedanke mich tausend Mal bei ihm für seine Ehrlichkeit und er willigt ein, den Kindle an meine Eltern zu schicken. Den 50 Euro Schein in der Geldtasche kann ich vergessen, nur gut, dass sonst keine wichtigen Dokumente dabei waren.

 

Den Tränen nahe, sitzen wir endlich auf der Fähre nach Cesme. So viel Aufregung auf einmal hat uns zugesetzt. Oben an Deck beobachten wir eng zusammengekuschelt, wie Griechenland am Horizont immer kleiner wird und bedanken uns beim Universum für die im Grunde ja doch harmlosen Turbulenzen, denn schlimmer ginge immer.

 

Im Nachhinein betrachtet gibt es nur eine Möglichkeit, wo wir Geld und Kindle verloren haben können. Die Situation im Zug wäre die Naheliegendste, ist aber aufgrund von vielen Faktoren, deren Erklärung den Rahmen dieses Beitrags sprengen würden, sehr unwahrscheinlich. Sehr wahrscheinlich hingegen ist es, dass ich die Sachen im Dunklen, kurz bevor wir auf die erste Fähre gestiegen sind, am Boden gelegt und übersehen habe. Wie zuvor beschrieben, hatten wir fünf Minuten Zeit, bis die Fähre den Hafen verlassen soll. Also haben wir in Windeseile, direkt neben dem Taxistand, jene Sachen in unseren Rucksack gepackt, die wir oben an Deck brauchten: Essen, Geld, Kindle, Schlafsäcke. Ich habe alle Einzelteile aus den Tiefen der Radtaschen geholt, abgelegt und letztendlich nicht mehr eingepackt. Sehr wahrscheinlich hat es der nächste Passant gefunden, ist ins Taxis gestiegen, hat sich das Geld behalten und den Kindle als unnötig empfunden. Wir werden es nie erfahren, aber das ist unsere Lieblingserklärung. 

 


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Kommentare: 2
  • #1

    Robert (Freitag, 23 November 2018 14:12)

    Da kommen Erinnerungen auf, war wohl damals auf ähnlichen Wegen unterwegs https://ibb.co/dN6eaV https://ibb.co/hSgZ9q https://ibb.co/g6SkFV zum Glück wusste ich nix von Bären aber kann mich an zahlreiche unliebsame Begegnungen mit Hirtenhunden erinnern :)

  • #2

    Hermann (Freitag, 23 November 2018 21:54)

    Na, das war ja manchmal recht turbulent in Griechenland, aber schön, wieder etwas neues neuen von euch zu lesen.
    Alles Gute weiterhin!
    lg Hermann