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5 Monate Einsamkeit - Ein Winter in Nordnorwegen

„Wie war´s denn jetzt wirklich in Norwegen?“, fragen sich bestimmt viele. Immerhin verbrachten wir hier stolze 5 Monate, wovon 4 Monate lang das Thermometer nicht einen Tag Plusgrade anzeigte.  Die Sonne verschwand für 60 Tage hinter dem Horizont, der Wind peitschte einem mit bis zu 100 Stundenkilometern um die Ohren und auch sonst schien diese Gegend nicht besonders viele lebensbejahende Aspekte zu bieten. War es also nur schrecklich? Wollten wir nur durchhalten um euch zu beweisen, wie beharrlich wir bei der Umsetzung unserer Vorhaben sind? Warum das alles?

Norwegen Winter Polarnacht Langlaufen

Die Faszination des Unbequemen – oder warum wir uns für einen Winter im Norden entschieden

„Wisst ihr eigentlich, worauf ihr euch da einlässt?“, hörte ich die besorgte Stimme meines Onkels aus dem Telefon. „Es wäre das Letzte, was ich wollte!“, fügte er noch energisch hinzu, wobei er den Worten DAS LETZTE eine besonders nachdrückliche Note verlieh. Noch nie zuvor hatte mich mein Onkel angerufen, um mich vor irgendeinem Vorhaben zu warnen. Doch bei diesem Abenteuer war das anders. Er ist in Nordnorwegen aufgewachsen und kennt die Winter im hohen Norden nur zu gut. Die Vorstellung, dass wir dort freiwillig mehrere Monate in der dunkelsten Jahreszeit dort verbringen wollten, löste reines Kopfschütteln in ihm aus. „Ich habe euch gewarnt!“, waren seine letzten Worte, ehe er das Gespräch beendete.

 

Das Gespräch löste auch in uns etwas aus. Mein Onkel hatte uns das Leben dort oben so anschaulich schrecklich geschildert, dass wir nach dem Telefonat von unserer Idee noch überzeugter waren als zuvor. Die Dunkelheit zu erleben, einen völlig neuen Rhythmus der Natur kennenzulernen und zu spüren, wie Körper und Geist darauf reagieren – diese Vorstellung reizte uns enorm. Wir waren nicht darauf aus, einen möglichst einfachen und bequemen Winter zu verbringen. Die Gedanken an das Abenteuer, an das Unbekannte und vor allem an das Unbequeme beflügelte unser Herz viel mehr. So oft in unserem Leben hatten wir uns schon für den unbequemen Weg entschieden und jedes Mal waren wir fasziniert, welche Wirkung diese Entscheidungen auf uns hatten. Und darauf hofften wir auch, als wir Anfang November 2021 in einem verschneiten, ziemlich dunklen Tromsø ankamen.

Tromsø Norwegen im Winter
Tromsø Norwegen im Winter

Eine einsame Hütte am Fjord

Auch wenn die natürlichen Gegebenheiten jenseits des nördlichen Polarkreises Herausforderungen mit sich bringen und wir genau deswegen hierherkamen, machten wir mit der Wahl unserer Hütte doch ein paar Zugeständnisse in Sachen Bequemlichkeit. Es sollte eine Hütte mit fließendem Wasser und Strom sein, wir wollten eine Internetverbindung und der nächste Supermarkt sollte nicht in schier unerreichbarer Ferne liegen. Und ja, es gibt zahlreiche Hütten in Norwegen, die diese Anforderungen nicht erfüllen. Der Mietvertrag war schnell unterschrieben und weil wir außer ein paar sehr schlechten Fotos kaum konkrete Informationen hatten, hatten wir mehr oder weniger die Katze im Sack „gekauft“. Dementsprechend groß war die Nervosität, als wir Tromsø verließen und den Weg Richtung Einsamkeit einschlugen. 

 

Nach knapp zwei Stunden Busfahrt öffnete der Busfahrer mitten im Nirgendwo die Türen und ließ uns mit einem kaum erkennbaren Kopfnicken wissen: „Das ist euer Stopp“. Hastig schleppten wir unsere vielen Sachen samt Fahrrädern aus dem Bus, in dem wir ohnehin die einzigen Fahrgäste waren. Der Bus war schnell weg und wir standen ganz mutterseelenallein da. Wir standen auf einer verschneiten Straße, rechts von uns der Fjord, links von uns die Berge und sonst war nicht viel zu sehen. Wo war unser Dorf? Kein einziges Dorf war zu sehen! Waren wir hier richtig? 

 

Und wie richtig wir hier waren. Einmal das Fahrrad um die nächste Kurve geschoben, standen wir am Eingang jenes Ortes, der für diesen Winter unser Zuhause auf Zeit werden sollte. Ein Haus nach dem anderen tauchte auf, wir sahen sogar einen Menschen (!), wir gingen an einer Kirche vorbei und nach wenigen Minuten standen wir aufgeregt wie schon lange nicht mehr vor unsere Hütte.

Hütte Nordnorwegen im Winter Tromsø Malangen
Einsame Hütte am Fjord in Nordnorwegen Winter
Einsame Hütte am Fjord in Nordnorwegen Winter

Die Bilder sprechen wohl mehr als tausend Worte. Die Katze im Sack entpuppte sich als wahres Goldstück, denn an diesem Häuschen war in unseren Augen alles perfekt. Gemütlich, warm, die Aussicht auf den Fjord, umgeben von Natur und trotzdem mitten im Ort. Die Berge, das Meer und die Wälder direkt vor der Haustüre. Eben alles, was wir uns erträumt hatten und noch viel, viel mehr.

60 Tage Dunkelheit

Die anfängliche Euphorie währte nicht lange. Das Wetter wurde trist, die Tage immer kürzer und die Sonne kam kaum zum Vorschein. Die Polarnächte hatten noch gar nicht begonnen, fühlte es sich bereits so an, als wären wir in einer Welt ohne Sonnenschein gelandet. Der Gedanke, „hätten wir nur auf meinen Onkel gehört“, wurde immer lauter. Auch der Kontakt zu den Nachbarn war spärlich. Obwohl es in unsrem Dorf natürlich einige Häuser gibt, sahen wir kaum Menschen auf der Straße. Jedes Auto, das wir draußen hörten, war ein Ereignis. Sofort liefen wir zum Fenster um zu schauen, wer da wohl vorbeifährt. Dabei kannten wir hier ja eh niemanden, wer sollte hier also schon vorbeifahren?

 

Am 27. November war es dann soweit – die Sonne blieb von nun an für lange 60 Tage hinter dem Horizont. Es lag nun an den Wolken, wieviel Dämmerungslicht sie durchlassen wollten. Tage mit Schlechtwetter waren so dunkel, dass wir das Gefühl hatten, der Tag habe nie angefangen. Und je später im Jahr es wurde, desto intensiver wurde dieses Gefühl. Wenn es morgens erst um 10 Uhr leicht dämmerte und um 14 Uhr schon wieder stockdunkel war, drehte sich die innere Uhr orientierungslos im Kreis. Woher sollte denn unser Körper da wissen, ob er jetzt aufstehen oder schlafen, ob er die Aktivität hochschrauben oder lieber erst gar nicht starten sollte? Kein Wunder, dass wir große Probleme hatten, mit dem Entzug von Tageslicht umzugehen. Um 15 Uhr trat das Gefühl des „der Tag ist vorbei“ ein und trotzdem konnten wir aus irgendwelchen Gründen nicht vor Mitternacht schlafen. Von diesem Phänomen erzählten uns auch die Norweger. Schlafprobleme im Winter scheinen keine Seltenheit zu sein. Viele nutzen Tageslichtlampen, um etwas in die Gänge zu kommen, wenngleich der Alltag während der Polarnächte generell stark entschleunigt ist.

Gefrorener See Norwegen Tromsø Malangen
Stürmischer Fjord im Winter in Nordnorwegen Schnee Meer
Waale beobachten Nordnorwegen Winter Whale Watching Tromsø
Orcas in Tromsø Norwegen Winter beobachten
Lyngen Alpen Norwegen im Winter verschneit

Die Magie der Lichter

„Es wird zwar keine Sonne geben, dafür aber Nordlichter!“, hatten wir uns noch vor unserer Anreise immer selbst zu beruhigen versucht. Ganz unrecht hatten wir damit nicht, doch die Lichter während der Polarnächte hören bei den Nordlichtern noch lange nicht auf. Die Lichter in der Dunkelheit, die Lichter der Dämmerung, die Lichter des Nordens – es ist schier unfassbar, wie magisch der Himmel hier oben sein kann. Wenn die Bergflanken zu Kunstwerken werden, wenn jede Himmelsrichtung in einer anderen Farbe erstrahlt, wenn Pastelltöne den Himmel erleuchten, dann könnte man vor Ehrfurcht in die Knie gehen. Keine Worte werden dem gerecht, welche Emotionen das Farbenspiel der Polarnächte in uns auslöste. Wie viele Stunden wir damit verbracht haben, mit offenen Mündern die von den Dämmerungslichtern eingefärbten Berggipfel zu bestaunen. Für uns zusammen mit den Nordlichtern die wahre Magie des Nordens.

Norwegen Winter Polarnacht Tageslicht
Norden Norwegen Polarnacht Winter Tageslicht
Kvanntind Malangen Norwegen Polarnacht Winter Tageslicht
Norden Norwegen Polarnacht Winter Tageslicht Schnee Fiel
Norden Norwegen Polarnacht Winter Tageslicht Malangen
Nordlichter Norwegen Tromsø Malangen Mond
Nordlichter Pink Norwegen Tromsø Malangen Winter
Nordlichter Norwegen Tromsø Malangen Winter Hütte Rabin
Nordlichter tanzen Norwegen Tromsø Malangen Winter

Eines Morgens, als die Sonne kurz vor ihrem Comeback stand und wir dachten, bereits alle Farbenspiele des Nordens zu kennen, trauten wir beim Anblick der Wolken unseren Augen kaum. „Kann ja nicht sein, dass da ein Regenbogen ist, obwohl die Sonne noch immer unter dem Horizont ist!?“, schaute ich Reini fragend an. Was passierte da am Himmel? Überall sahen wir kleine Wölkchen in Regenbogenfarben, deren Formen ganz eigenartig flüssig wirkten. Mit einem Regenbogen hatte das nichts zu tun. Vielmehr waren es polare Stratosphärenwolken, auch Perlmuttwolken genannt, die in 20 Kilometer Höhe bei -78 Grad entstehen. Und zwar nur, wenn die Sonne genau im richtigen Winkel unterhalb des Horizonts leuchtet. An zwei Tagen konnten wir dieses seltene Phänomen beobachten, ehe es wieder für ein Jahr verschwand. 

Gefrorene Wangen bei -20 Grad

An manchen Tagen hatten wir minus 20 Grad und im Dezember hielt diese Kälte für gut drei Wochen an. Das waren die härtesten Wochen. Wir fühlten uns wie gelähmt, fanden keine Motivation aus dem Haus zu gehen und es kostete all unsere Energie, überhaupt in den Tag zu starten. Wenn es draußen dunkel ist und das Gesicht trotz unzähliger Kleidungsschichten innerhalb weniger Minuten einfriert, dann möchte man eigentlich nichts tun, außer vor dem brennenden Ofen zu kauern und auf bessere Zeiten zu hoffen. An manchen Tagen fühlte sich das wirklich deprimierend an – als hätten uns alle Lebensgeister für immer verlassen. 

Wenn der Himmel wolkenlos war, wurde es besonders kalt. Das waren jene Tage, an denen wir uns mit allen Kleidungsschichten gewappnet zu Fuß auf Erkundungstouren begaben. Denn an solchen Tagen entstand das schönste Licht. Je weiter wir uns von unserer Hütte und dem Fjord entfernten, desto kälter wurde es. Nur wenige hundert Meter hinter unserer Hütte sank das Thermometer schnell auf Minus 25 und ich bin mir sicher, wir hatten dort gelegentlich auch minus 30 Grad. Spätestens nach zwei Stunden Fußmarsch war man so eingefroren, dass es ewig dauerte, bis man wieder Leben in Zehen, Fingern und Nase spürte. Diese Kälte raubt einem jede Energie und man ist nur damit beschäftigt, irgendwie nicht zu erfrieren.

Ski und Schnee, juchhe!

„Wo ist denn hier die Langlaufloipe?“, fragten wir uns im Dorf-Supermarkt durch. Der Laden wurde schnell zu unserem wichtigsten sozialen Knotenpunkt und bei jedem Besuch dehnten sich die Tratschrunden etwas länger aus. Einkaufen dauerte so immer eine Ewigkeit und wir genossen jede Minute dieser sozialen Kontakte. „Die Loipe gibt es erst, wenn der Schnee da ist!“, bekamen wir zur Antwort. Wir schauten uns verwirrt an. Der Schnee ist doch schon da? Für eine Loipe müsste es in unseren Augen schon lange reichen. Aber den Norwegern kostete das nur ein müdes Lächeln. „Glaubt uns, der Schnee ist noch nicht da.“

Wenige Wochen später wussten wir dann, was sie damit meinten. Es hörte und hörte nicht mehr auf zu schneien und wir kamen mit dem Schaufeln nicht hinterher. Morgens nach dem Aufstehen konnten wir kaum noch die Türen öffnen, weil über Nacht so viel Schnee gefallen war. Die Aussicht auf den Fjord wurde zusehend weniger, weil unser Garten täglich in die Höhe wuchs. Und weil es dazwischen nie warm wurde, hatten wir irgendwann bestimmt 1,5 Meter feinsten Pulverschnee rund um unsere Hütte. Was für ein Traum!

Schnell organisierten wir uns Fjellski, also Ski, mit denen man in flachem Gelände ohne Loipe Skiwandern kann. Mit diesen Skiern konnten wir dann zum ersten Mal unsere Umgebung intensiv erkunden. Schlittenhunde und Skidoos ebnen mit ihren Spuren den Weg durch unendliche Fjell-Gebiete, weit und breit war keine Menschenseele zu sehen und nur die Spuren von Schneehasen, Füchsen, Schneehühnern und Elchen ließen vermuten, dass sich hier tatsächlich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Unzählige Tage verbrachten wir auf den Skiern und liefen quer über den gefrorenen See, hinauf auf kleine Hügel, genossen die Aussicht auf den Fjord und saugten die Lichter der Polarnächte in uns auf. Für uns ein völlig neues Wintererlebnis, das uns gänzlich in seinen Bann zog. Die fertig präparierte Langlaufloipe besuchten wir darauf hin kein einziges Mal (obwohl die auch sehr idyllisch gelegen ist).

Fjellski Fjell Skiwandern Norwegen Einsamkeit
Fjellski Fjell Skiwandern Norwegen Skispur
Fjellski Fjell Skiwandern Norwegen gefrorener See
Fjellski Fjell Skiwandern Norwegen Einsamkeit Sonne

„Ich würde es mir im Leben nicht verzeihen, wenn wir abreisen ohne hier jemals eine Skitour gegangen zu sein“, kam es eines Tages aus mir raus. Reini schaute mich an und sagte: „Dann organisieren wir uns jetzt Tourenski. Ganz einfach.“ Mit unseren Fjellski ist es zwar wunderschön zu wandern, doch wir wollten auch auf die Berge rauf. Die Aussicht von dort oben musste der Wahnsinn sein und die Abfahrt bei so viel Pulverschnee wär selbst bei unseren eher bescheidenen skifahrerischen Künsten sicher rein Hochgenuss! Und wie es der Zufall so will, ergab sich die unglaubliche Gelegenheit, dass sich Christian aus Österreich mit dem Auto auf den Weg in den Norden machte und uns anbot, unsere Tourenski mitzunehmen. Christian folgt unserer Reise schon länger und würde am Weg in den Norden gern bei uns vorbeischauen! Wochenlang hatten wir uns bereits den Kopf zerbrochen, wie wir zu unseren eigenen oder überhaupt an neue Tourenski kommen könnten, als sch plötzlich, wie so oft auf unseren Reisen, wie aus dem Nichts eine Lösung des "Problems" ergab. Wir haben aufgehört zu zählen – so oft ist es uns auf unseren Reisen bisher so ergangen. Für jedes Problem lässt sich eine Lösung finden, manchmal braucht man einfach nur etwas Geduld, Vertrauen und Zuversicht. Es fällt uns immer wieder schwer, uns darauf zu verlassen, obwohl wir schon unzählige Male vom glücklichen Zufall überrascht wurden. Und weil Christian ein richtig guter Typ ist, hatten wir nicht nur unsere Ski bekommen sondern auch einen neuen Freund gefunden!

Die Party des Jahres! Oder: Die Rückkehr der Lebensgeister

Den 17. Jänner hatten wir im Kalender rot markiert. An diesem Tag sollte die Sonne wieder über den Horizont steigen! Doch die Wolken hatten einen anderen Plan und ließen für lange, trübe 10 Tage keinen einzigen Sonnenstrahl durch. „Wenn morgen die Wolken endlich weg sind und die Sonne zum ersten Mal zu sehen ist, dann muss hier doch irgendwo eine große Party steigen?“, fragten wir unsere Nachbarn. Die Vorfreude, dass laut Wetterbericht die Chancen für das Erspähen von ein paar Sonnenstrahlen am nächsten Tag ausgesprochen hoch sein sollen, katapultierte uns zurück in die Gefühlswelt unserer Kindheit, als es irgendwann hieß „nur mehr einmal schlafen, dann kommt das Christkind!“

Wir verspürten das dringliche Gefühl die Rückkehr der Sonne zu feiern, doch die Partylaune der Norweger scheint nicht besonders ausgeprägt zu sein. Kinder bekommen an diesem Tag ein paar Süßigkeiten und Krapfen, aber das war es auch schon. 

 

Nun gut, die Party blieb also aus. Aber das trübte unsere innere Freude kein bisschen. In der Hoffnung, ein paar Sonnenstrahlen zu sehen, schnappten wir die Tourenski und gingen die erste Skitour. Und tatsächlich. Nach nur wenigen Metern auf den Skiern blinzelte die Sonne zwischen Bergen und Wolken hervor. Die Gefühle, die beim ersten Blick auf die Sonne zusammen mit diesem Panorama entstanden, lassen sich nicht in Worte fassen. Von einer Sekunde auf die anderen kehrten unsere Lebensgeister zurück, mir stiegen die Tränen in die Augen und wir fühlten uns so energiegeladen wie selten zuvor. Warum die Norweger hier nicht die größte Party des Jahres steigen lassen, ist uns bis heute unerklärlich. 

Für uns sollte es ab jetzt nur mehr bergauf gehen! 

Skitour Norwegen Fjord Tromsø Malangen Power Sonne
Skitour Norwegen Fjord Tromsø Malangen Power Sonne ist zurück
Norwegen Tromsø Malangen Sonne über Horizont
Skitour Norwegen Fjord Tromsø Malangen Power Sonne

Das Ende

Seit die Sonne zurückgekehrt war, verging die Zeit wie im Flug. Nicht nur wir spürten die neu zurückeroberten Lebensgeister, auch in unser Dorf schien das Leben zurückzukehren. Es war immer noch unglaublich ruhig hier, aber zum ersten Mal begegneten wir unterwegs im Fjell auch ein paar anderen Menschen. „Die schönsten Monate hier sind März, April und Mai!“, hatten uns unsere Nachbarn schon bei unserer Ankunft erzählt, und langsam begannen wir zu verstehen, was sie meinten. Wir verlängerten unseren Mietvertrag bis Mitte April, um ein Stück dieser „schönsten Jahreszeit“ erleben zu können und bereuten es keine Sekunde. Wir beobachteten Schlittenhunde, unsere Nachbarin nahm uns auf eine Husky-Fjelltour mit (was war das für ein unfassbar einzigartiges Erlebnis!!!) und auf dem See tummelten sich die Eisfischer. Auch auf den Bergen begegneten wir anderen Tourengehern, wir tranken Wein mit unseren Nachbarn und genossen die Sonne vor unserer Hütte. An Schlechtwettertagen, und glaubt uns, davon gab es mehr als genug, steckten wir all unsere Energie in unsere Videos und in unseren Blog. Wir fühlten und fühlen uns wunderbar. 

Rentier Norwegen Winter Tromsø Malangen
verschneite Berge Winter Norwegen Sonnenuntergang Wolkenstimmung Pink
Tromsø Norwegen Panorama verschneite Berge Lyngen Alpen
Winter Norwegen Sonne Langlaufen Fjellski Tromsø

Wie es weiter geht

Hier im Norden liegt zwar immer noch meterhoch Schnee, doch das langsame Frühlingserwachen ist selbst hier nicht mehr zu leugnen. Zusammen mit dem Frühling erwacht auch in uns das Bedürfnis des Weiterreisens und so verbrachten wir viele Stunden damit, an einem neuen Abenteuer zu feilen. Um ehrlich zu sein – dieser Prozess zog sich über Monate hinweg und wir warfen unsere Pläne mindestens drei Mal komplett über den Haufen. Die finale Entscheidung fiel tatsächlich erst vor drei Wochen und wir sind mehr als glücklich euch heute zu verkünden, dass wir mit unseren Rädern nach Schottland fliegen und Großbritannien erkunden werden! Damit geht ein lang ersehnter Wunsch für uns in Erfüllung und als absolute Krönung der Reise erwartet uns in London die Familie meines Bruders, die wir aufgrund von Corona seit fast zwei Jahren nicht mehr sehen konnten. In diesem Sinne:

Let the new adventure begin!

 

PS: Schreibt uns gerne in die Kommentare, ob ihr euch vorstellen könnt, einen Winter in Nordnorwegen zu verbringen! Oder lieber nur für einen kurzen Urlaub? Was würde euch am meisten an dieser Gegend faszinieren?

 

PPS: Und wer jetzt noch Tipps für Schottland und Großbritannien im Allgemeinen hat, bitte gerne her damit :-)

Frühling Norwegen Spatzen Tromsø

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Kommentare: 19
  • #1

    Gerhard (Dienstag, 12 April 2022 10:08)

    Herrlich, euer Bericht

  • #2

    Arthur Knopp (Dienstag, 12 April 2022 10:34)

    Traumhafter Wahnsinn - ich kann euch nur bewundern.
    Weiterhin alles Gute und viel Glück.

  • #3

    Ulrich (Dienstag, 12 April 2022 11:05)

    Tip für England. Wenn es noch nicht zu späht ist. Am Gründonnerstag Abend in die Kathedrale von Canterbury und dort am den Gottesdienst am Abend besuchen. Auch wenn ihr nicht gläubig seit, ist es ein erlebnis. In dieser Umgebung diesen besonderen Gottesdienst zu besuchen. Und wenn ihr im Gestüt direkt nebem dem Chor ganz vorne Sitzt, dann könnt ihr beim rausgehen Dem Bischof die Hand schüttel.. und er hat ja auch Lady Di verheiratet.. ! Meine Tochter war ganz hin und weg.. seine Hand zu schütteln. ;-)

    Lg Ulrich

  • #4

    Klemens Feldmann (Dienstag, 12 April 2022 11:18)

    Vielen, vielen Dank für die wunderschönen Fotos und euren so ausführlichen Bericht über die Zeit in Nordnorwegen. Es ist immer wieder die große Harmonie mit der Natur und der Erde, die auch eure Videos auszeichnet. Ich wünsche euch eine gute Weiterreise!

  • #5

    Simona Neuper (Dienstag, 12 April 2022 12:00)

    Vielen Dank für den ausführlichen, traumhaften Bericht, ich war quasi dabei und dafür danke ich Euch sehr. Die ehrliche Schreibweise mit Naturfaszination gepaart, gefällt mir sehr gut.
    Alles Gute für Euch!

  • #6

    Angi & Reini (Dienstag, 12 April 2022 12:04)

    Vielen Dank für die schönen Rückmeldungen! Wir freuen uns sehr darüber ☺️

    @Ulrich: Danke für den schönen Tipp! Das hätten wir uns gerne angesehen, allerdings starten wir von ganz oben im Norden. Bis wir in Canterbury sind, sind schon alle Hände geschüttelt.

    Ganz liebe Grüße an alle,
    Angi & Reini

  • #7

    copin-unterwegs.ch (Dienstag, 12 April 2022 12:54)

    Schöne Fotos - und danke für den inetressanten Blogbeitrag. Viel Spass und Freu(n)de weiterhin auf eurer Reise.

  • #8

    Peter Moser (Dienstag, 12 April 2022 13:07)

    Hi Ihr Beiden, wieder ein toller Bericht mit traumhaften Fotos. Alles Gute weiterhin.
    Liebe Grüße, Peter

  • #9

    Traudi Doppler (Dienstag, 12 April 2022 17:54)

    Wunderschöne Berichte. Vielen Dank dafür - ich lese begeistert mit. Wir sind auch Radreisende, aber schon älter und können nicht so lange von zu Hause fort. Es gibt Enkelkinder, Haus und Garten zu betreuen. Aber 3 bis 4 Wochen gehen schon. Am 1. Mai starten wir nach Hamburg - ca. 1500 km sind für uns alle 65+ genug Herausforderung und wir freuen uns schon darauf.
    Norwegen wäre für uns auch sehr interessant, vor allem die Touren auf die Berge.
    Euch wünsche ich weiterhin gute Fahrt und viele schöne Begegnungen und Erlebnisse. Ich freue mich auf Berichte, so kann ich auch ein wenig mitradeln. Lg aus dem Lungau

  • #10

    knufbergstravel (Dienstag, 12 April 2022 20:07)

    Super Beitrag, herzergreifend und abenteuerlich. Das wäre auch was für uns. <3
    Wir freuen uns aber auch zu lesen, dass ihr auf dem Weg nach UK seid. Vielleicht sehen wir uns dort dann mal.
    Lieben Gruß aus Tirol
    Romina und Stefan

  • #11

    Christian Eichmann (Dienstag, 12 April 2022 20:11)

    Gespenstisch schöne Fotos! Knisternde Wohlfühlstimmung , tolle Farbenspiele und einsame Spuren im Schnee. Ich konnte mich so richtig in eure Stimmung hineinfühlen. Was für ein grossartiges Abenteuer. Was interessant wäre, wie kommt ihr als Paar so miteinander aus in so einer zurückgezogenen und doch engen Situation ? Habt ihr neue Hobbys entwickelt oder wie beschäftigt ihr euch neben blogschreiben und fotografieren ?
    Ich bin kein Radreisender, aber ein begeisterter Radfahrer und interessiere mich schon seit meiner Jugend für Abenteuer. Auf die britischen Inseln freut ich mich sehr. LG aus Linz/Öberösterreich

  • #12

    Dirk (Mittwoch, 13 April 2022 11:37)

    Schön geschrieben! Trotz der tollen Bilder aber wohl eher nichts für mich. Habe es nicht so mit dem Wintersport und liebe die Sonne sowie die Wärme. Für meine Frau und mich war Schottland/England nach unserer "Nordroute Köln-Formentera" über das Nordkap ein Kulturschock. Nach den Wochen durch die Weite Skandinaviens und nur wenigen Stunden Flug von Hammerfest nach Aberdeen war die Ankunft dort wie ein Schlag mit der Keule in den Nacken. Überall Menschen, Häuser, Autos, dazu Zäune und Mauern am Straßenrand als Abgrenzung zu Feldern, Wiesen und Weiden. Vielleicht wählten wir mit dem NSCR/Eurovelo 12/National Route 1 aber auch einfach nur den falschen Weg (Eindrücke, Bilder und GPS-Track für den Zweifelsfall unter www.dirk-prueter.de/tour2013). Drücke Euch die Daumen, dass Ihr die Strecke in besserer Erinnerung behaltet und bin bereits gespannt auf Eure immer wieder sehenswerten Bewegtbilder. Und wenn Ihr in Londinium angekommen seid und noch immer nicht genug habt vom Kurbeln - hätte da noch einen Tipp: meine Reise 2016. Dort auch abseits der Landeshauptstadt (und den großen "Sehenswürdigkeiten") alles schön ruhig :-)

  • #13

    Heike (Mittwoch, 13 April 2022 12:55)

    Hallo Ihr Beiden,
    ein sehr schöner Bericht mit wunderschönen Fotos. Ich kann mir das gar nicht vorstellen, so ganz ohne Tageslicht. Und wenn, dann nur für ein paar Tage. Landschaftlich war das ja ein Traum.

    Für Eure Tour in Schottland und England wünsche ich Euch alles Gute und freue mich schon sehr auf eure Berichte und auch auf die Fotos. Ich selbst war noch nie in Schottland, finde diese Ecke aber auch sehr anziehend.

    Viele Grüße

  • #14

    Glorypedalling.com (Donnerstag, 14 April 2022)

    Was für fantastische Bilder und ein grandioser Bericht. Ich hätte Lust dazu, dies zu erleben:-). Wir wünschen euch ganz viel Spaß in Schottland. Uns hat es super gut dort gefallen. Grüße aus den Staaten, läuft gut bei uns und hoffentlich auch bei euch! Sabine und Uwe

  • #15

    Ilona (Donnerstag, 14 April 2022 21:14)

    Mit Freude haben wir euren Bericht gelesen, danke auch für die schönen Bilder. Alles Gute für Schottland, wir freuen uns schon auf euren nächsten Bericht. Glg Ilona und Gerhard

  • #16

    Caro und Markus (Freitag, 15 April 2022 10:24)

    Euer Blog ist mal wieder ein richtiges Lese-Erlebnis geworden. Ein wenig träumt man sich bei euren Geschichten immer vor Ort und würde es gerne direkt miterleben. Ihr, wahrscheinlich vorallem Angi, habt ein unglaubliches Talent zum schreiben ✍️ . Eure Bilder, hier wohl vorallem Reinis können, ergänzen den Blog perfekt, sind wunderschön und laden nochmal zum Träumen ein.
    Danke für Soviel Mühe und alles Gute auf eurer Weiterreise.
    Caro und Markus

  • #17

    Hermann (Freitag, 15 April 2022 13:58)

    Sehr interessanter Bericht und faszinierende Bilder, aber so lange in der Dunkelheit des winterlichen Nordens auszuharren wäre wohl nichts für mich.
    lg

  • #18

    Max (Sonntag, 17 April 2022 13:15)

    Tolle Fotos und eine beeindruckende Natur. Nach vielen Monaten einer Reise mit vielen Entbehrungen und Anstrengungen kann ich gut verstehen eine lange Pause machen zu wollen. Nicht nur körperlich, sonder auch geistig muss man mal auf die Bremse treten und da ist eine Hütte in Norwegen nicht das schlechteste. Mir aber wäre das zu lang. Trotz der schönen Bilder darf man nicht vergessen, daß das nur ein sehr kurzer Bestandteil des Aufenthaltes ist und die meiste Zeit aus Dunkelheit bestand. Viel Spass auf der weiteren Reise und ich freue mich auf neue Videos von euch.

  • #19

    Reinhard (Montag, 18 April 2022 17:40)

    Hallo Ihr zwei, ich mag ja Eure nette Art sehr und lese gern Eure Berichte und schaue gern Eure Videos. Dabei fühle ich mich immer wieder zurückversetzt zu unseren eigenen Reisen, es gibt da so viel Ähnlichkeit des Erlebens. Viel Freude in UK und alles Gute!
    Reinhard

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